Glossar
Hier erklären wir Ihnen einige relevante Fachbegriffe. Einfach ein Stichwort anklicken und schon erscheint die Erklärung dazu.
AbstoßungsreaktionAbwehrreaktion des Körpers z. B gegen Fremdgewebe
Abwehrsystem
siehe Immunsystem
Agranulozytose
Fehlen der Granulozyten im Blut
ALL
Akute lymphatische Leukämie. Eine akut verlaufende Leukämie,
die vom lymphatischen Gewebe ausgeht. Dabei sind die Vorläuferzellen der Lymphozyten bösartig
entartet.
Allogen
Von allos (gr.), anders verschieden. Auf eine Organverpflanzung
(Transplantation) bezogen bedeutet dies, dass das zu verpflanzende Organ (auch die Blutstammzellen) von
einer anderen Person stammt.
Allogene Transplantation
Hier: Übertragung von Blutstammzellen aus Knochenmark, peripherem Blut oder Nabelschnurblut von einem gesunden Menschen auf einen geeignet vorbereiteten („konditionierten“) Patienten.
AML
Akute myeloische Leukämie ist eine bösartige Erkrankung des
blutbildenden Systems. Hierbei ist die Bildung der Granuloyzten und Monozyten gestört.
Anämie
Blutarmut. Verminderung der roten Blutkörperchen oder ihres
Blutfarbstoffgehalts.
Antikörper
Ein Antikörper ist ein Eiweiß, das zur Abwehr eines
Krankheitserregers, der in den Körper eingedrungenen ist, vom Immunsystem gebildet wird.
Apherese
Die Apherese ist ein Verfahren um im Blut enthaltene Blutstammzellen
herauszufiltern. Hierfür wird das Blut des Spenders durch einen Zellseparator geleitet. Dabei werden
die Blutstammzellen abzentrifugiert. Danach werden die restlichen Blutbestandteile wieder
zurückgeführt. Dieser Vorgang dauert in der Regel 3-4 Stunden.
Aphereseeinheit
In einer Aphereseeinheit werden die peripheren Blutstammzellentnahmen
durchgeführt. Sie ist meist an einer Universitätsklinik oder einem Institut für
Transfusionsmedizin angesiedelt.
Aplasie
Zustand des funktionsunfähigen Knochenmarks, das keine Blutzellen
produzieren kann. Bezeichnet oftmals den Zustand von Krebspatienten mit sehr schlechten Blutwerten, die
auf die Chemo- und Strahlentherapie zurückzuführen sind.
Autolog
Von autos (gr.), selbst aus dem Körper entstanden, nicht von
außen eingebracht. Bei einer Stammzelltransplantation bedeutet dies, das die Stammzellen von dem
Patienten selbst stammen.
Autologe Transplantation
Rückübertragung der eigenen, vorher entnommenen und
tiefgefrorenen Blutstammzellen nach einer Behandlung, die das im Körper verbliebene Knochenmark
zerstört hat.
Beckenkamm
Oberrand des Beckenknochens
Bestätigungstypisierung
Biopsie
Entnahme einer Gewebeprobe zur weiteren feingeweblichen Untersuchung zu
diagnostischen Zwecken
Blasten
Unreife Vorstufen der weißen Blutkörperchen
Blastenschub
Phase des Übergangs einer chronischen Leukämie in ein akutes Stadium
Blutkörperchen
Feste Bestandteile des Blutes, vor allem Erythrozyten
(rote Blutkörperchen), Leukozyten (weiße Blutkörperchen) und Thrombozyten
(Blutplättchen)
Blutkrebs
Umgangsprachlich für Leukämie
Blutplasma
Als Blutplasma bezeichnet man den flüssigen Anteil des Blutes.
Es macht etwa 55 % der Gesamtmenge des Blutes aus. In ihm schwimmen die Blutzellen. Das Blutplasma setzt
sich zu mehr als 90 % aus Wasser und Eiweißkörpern zusammen.
Blutplättchen
siehe Thrombozyten
Blutstammzellen
Stammzellen, aus denen sich alle im Blut vorkommenden Zellen entwickeln.
Sie befinden sich normalerweise fast ausschließlich im Knochenmark.
Blutstammzellalpherese
siehe Apherese
B-Lymphozyten
Gehören zu den Leuzkozyten (weißen Blutkörperchen)
und sind für die Immunantwort des Körpers gegen Krankheitserreger zuständig.
BMDW
Die Abkürzung BMDW steht für „Bone Marrow Donors
Worldwide“ mit Sitz in Leiden (NL). Hier werden kondensierte Daten aller Spender weltweit in
regelmäßigen Abständen gesammelt. Zu Beginn einer Spendersuche kann für einen
Patienten hier relativ einfach ermittelt werden, in welchem Register wie viele potentielle Spender
vorhanden sind. Die detaillierten Daten der jeweiligen Spender können dann gezielt über
die nationalen Register angefordert werden.
Chemotherapie
Behandlungsverfahren, bei dem durch Einsatz von starken
Medikamenten die Tumorzellen im Körper des Patienten zerstört werden sollen.
Chromosom
Träger der Erbinformation im Zellkern
chronisch
Über längere Zeit bestehend bzw. verlaufend
CLL
Die chronische lymphatische Leukämie ist die in der
westlichen Welt am häufigsten vorkommende Leukämieform und tritt vor allem im höheren
Lebensalter auf.
CML
Die chronisch myeloische Leukämie ist die zweihäufigste
Form bei den chronischen Leukämien. Die weißen Blutkörperchen, insbesondere die
Granulozyten und ihre Vorstufen, treten dabei stark vermehrt im Blut und im Knochenmark auf.
CT
Abkürzung für Confirmatory Typing (Bestätigungstypisierung).
Kontrolluntersuchung im Rahmen der Spendersuche. Es wird hierbei noch einmal überprüft, ob die
HLA-Merkmale von Spender und Patient übereinstimmen. Oftmals wird gleichzeitig eine Infektionsserologie
(z.B. Hepatitis C und HIV) durchgeführt.
DNA
Die Desoxyribonukleinsäure (DNA) kodiert die Erbinformation
im Chromosom. Es ist ein Biomolekül, das in allen Lebewesen und einigen Viren vorkommt.
DRST Deutsches Register für Stammzelltransplantation
Das DRST dokumentiert die in Deutschland durchgeführten
autologen und allogenen Transplantationen von Blutstammzellen und trägt zur Qualitätssicherung
in diesem Bereich bei. Wissenschaftliche Projekte auf nationaler und internationaler Ebene werden von
ihm unterstützt. Das ZKRD beherbergt die Datenzentrale des DRST und unterstützt es mit seiner
Infrastruktur und seiner technischen Kompetenz.
DR-Typisierung
Weitergehende Typisierung der Gewebemerkmale eines registrierten
Spenders, nachdem in den bereits zuvor bestimmten Merkmalen (HLA-A, HLA-B, HLA-C) eine Übereinstimmung
mit denen des Patienten gefunden worden ist. Der Name leitet sich von dem HLA-DR ab, welches bei dieser
Typisierung untersucht wird.
EBMT European Group of Blood and Marrow Transplantation
Die EBMT wurde 1974 mit dem Ziel gegründet, den Erfahrungsaustausch
zwischen Ärzten und Wissenschaftlern und die Durchführung klinischer Studien im Bereich der
Blutstammzelltransplantation zu ermöglichen. Die im ZKRD beheimatete Datenzentrale des DRST leitet
im Rahmen seiner Aufgabenstellung die erfassten Daten an die Datenbank der EBMT zur Unterstützung
internationaler wissenschaftlicher Studien weiter.
EMDIS
European Marrow Donor Information System. Dezentrales Kommunikationssystem. Die Teilnehmer kommunizieren miteinander direkt über Punkt-zu-Punkt-Verbindungen. Es deckt alle Schritte im Rahmen der Spendersuche von einer Erstanfrage über den Versand ständig aktueller Spenderlisten und den Austausch von Aufträgen und Ergebnissen bis hin zur Knochenmarkentnahme ab. Die Kommunikation erfolgt über standardisierte Nachrichten, die über ein zusätzlich abgesichertes E-Mail-Protokoll ("EMDIS Communication System") ausgetauscht werden. Ursprünglich für Europa entwickelt beteiligen sich inzwischen auch Register in den USA und Australien.
Erythrozyten
Die roten Blutkörperchen sind die häufigsten Zellen im Blut
und transportieren den Sauerstoff von der Lunge in den Körper.
G-CSF
G-CSF ist die Abkürzung des englischen „Granulocyte-Colony Stimulating Factor“. G-CSF ist ein hormonähnlicher Stoff, der vom Körper bei jeder Infektion hergestellt wird. Er bewirkt die Ausschwemmung der Blutstammzellen aus dem Knochenmark in das Blut. Seit einigen Jahren kann dieser Wachstumsfaktor künstlich hergestellt werden und wird vor einer peripheren Stammzellentnahme dem Spender über einen Zeitraum von etwa vier Tagen verabreicht.
GerMIS
GerMIS (German Marrow Donor Information System) ist ein vollautomatisiertes
elektronisches Informationsnetz für die Suche nach einem nicht verwandten Spender. GerMIS ermöglicht
einen möglichst schnellen und effektiven Datenaustausch zwischen den an der Spendersuche wesentlich
beteiligten Einrichtungen in Deutschland. Im aktuellen GerMIS kommunizieren dezentrale Datenbanken in
Sucheinheiten und Spenderdateien asynchron über verschlüsselte und besonders abgesicherte Protokolle
mit dem zentralen System im ZKRD.
Gewebemerkmale
Auch HLA-Merkmale (Humane Leukozyten Antigene) genannt. Gewebemerkmale
sind Oberflächenmerkmale, die sich auf den weißen Blutkörperchen und den meisten anderen
Körperzellen finden. Durch sie kann das Immunsystem eigenes von fremdem Gewebe unterscheiden.
Für Transplantationen von Blutstammzellen sollten diese Merkmale möglichst vollständig
übereinstimmen.
Gewebetyp
Als Gewebetyp werden die individuellen Gewebemerkmale (HLA-Merkmale)
einer Person bezeichnet. Diese Gewebemerkmale werden in einem HLA-Labor bestimmt.
Gewebetypisierung
Eine Gewebetypisierung ist eine aufwendige Laboruntersuchung, die in
der Regel an einer Blutprobe durchgeführt wird. Dabei werden verschiedene Merkmale bestimmt, die
zusammen eine Art Blutgruppe der weißen Blutkörperchen ergeben. Von besonderer Bedeutung sind
dabei die HLA-Merkmale A, B, DRB1 und DQB1. Für jedes davon gibt es in grober Auflösung bis zu
50 verschiedene Formen, von denen ein Mensch in der Regel zwei besitzt, die er jeweils von Vater und
Mutter geerbt hat. Schon damit ergeben sich theoretisch Millionen von Kombinationsmöglichkeiten,
wobei mit moderneren Methoden zur Feintypisierung noch sehr viel mehr Varianten unterschieden werden
können.
Granulozyten
Zu den weißen Blutkörperchen gehörende Zellen, die
für die Immunantwort zuständig sind.
Graft-Versus-Leukemia-Effekt (GvL)
Graft-Versus-Leukemia- Effekt bezeichnet die Reaktion des Transplantates
gegen die Leukämie. Die Immunzellen des Spenders greifen die Leukämiezellen im Empfänger an.
Graft-versus-Host Disease (GvHD)
Graft-versus-Host Disease bezeichnet die Reaktion des Transplantates
gegen den Empfänger. Das mit der Fremdspende transplantierte Immunsystem des Spenders erkennt die
Körperzellen des Empfängers als fremd und reagiert dagegen.
Hämoglobin
Hämoglobin ist der Farbstoff der roten Blutkörperchen und
verantwortlich für die Bindung und den Transport von Sauerstoff.
HLA
HLA ist eine Abkürzung für den englischen Begriff
„Human Leukocyte Antigen“. Dabei handelt es sich um Oberflächenmerkmale, die sich auf
den weißen Blutkörperchen und den meisten anderen Körperzellen finden. Durch sie kann
das Immunsystem eigenes von fremdem Gewebe unterscheiden. Sie sind entscheidend für die
Gewebeverträglichkeit bei Transplantationen. Im Rahmen einer Typisierung werden daher die
HLA-Merkmale bestimmt.
HLA-Mismatch
Die HLA-Merkmale von Spender und Empfänger stimmen nicht
vollständig überein, sondern weisen ein oder mehrere Unterschiede auf.
HLA-System
Ein für die Immunabwehr wichtiges Regulationssystem des Organismus.
Die HLA-Typisierung ist bei der allogenen Transplantation extrem wichtig. Je ähnlicher das HLA-System
des Spenders dem des Patienten ist, desto größer ist die Chance einer erfolgreichen Transplantation.
HLA-Typisierung
Bestimmung der bestimmter Gewebemerkmale des HLA-Systems für
die Stammzelltransplantation.
Immundefekt
Unterschiedliche Erkrankungen des Immunsystems, die gekennzeichnet
sind durch eine vorübergehende oder irreversible Schwächung der Abwehrfunktion, also der
Fähigkeit, sich gegen eindringende Krankheitserreger zu wehren, werden als Immundefekt bezeichnet.
Immundefekte können sowohl angeboren sein oder im Verlauf einer anderen Erkrankung (wie z.B.
Leukämie) vorkommen.
Immungenetik
Die Wissenschaft von der Bestimmung, Funktion und Vererbung der
Gewebemerkmale.
Immunsystem
Gleichbedeutend mit Abwehrsystem. Ein System, das den Körper
in die Lage versetzt, Infektionen abzuwehren und das ihn befähigt, zwischen eigenem und fremdem
Gewebe zu unterscheiden.
Infektionsmarker
Anhand der Infektionsmarker wird überprüft, ob eventuell
bestimmte Infektionen vorliegen, die möglicherweise die Genesung des Patienten beeinträchtigen
könnten. Die Infektionsmarker werden mittels einer Blutprobe bestimmt.
Knochenmark
Komplexes Gemisch aus Zellen und Geweben, das sich in den großen
Knochen (Beckenkamm, Brustbein, Oberschenkelknochen, etc.) des Körpers befindet. Es enthält die
für die Blutproduktion notwendigen Stammzellen. Hier bilden sich ständig alle im Blut vorkommenden
Zellen neu. Das Knochenmark kann sich auch selbst regenerieren, so dass der bei einer Transplantation
entnommene Teil in wenigen Wochen ersetzt wird. Knochenmark ist nicht zu verwechseln mit dem zum Nervensystem
gehörenden Rückenmark.
Knochenmarkaplasie
Ausgeprägte Verminderung aller Blutzellen und deren Vorstufen im
Knochenmark.
Konventionelle Knochenmarkspende
Bei der konventionelle Knochenmarkspende werden unter Vollnarkose etwa
1-1,5 Liter Knochenmark-Blut-Gemisch aus dem Beckenkamm entnommen. Der Körper bildet das entnommene
Knochenmark innerhalb weniger Wochen wieder nach.
Knochenmarkpunktion
Gewinnung von Knochenmark zu Untersuchungszwecken durch Punktion
(= Einstechen) mit einer Kanüle.
Knochenmarktransplantation (KMT)
Übertragung der aus dem Knochenmark eines gesunden Spenders
gewonnen Blutstammzellen auf einen Patienten. Voraussetzung ist die Übereinstimmung der
HLA-Gewebemerkmale. Das Knochenmark des Patienten wird eine Woche vorher durch Chemotherapie
(oft kombiniert mit Bestrahlung) zerstört. Gleichzeitig wird das Abwehrsystem unterdrückt,
um Abstoßungsreaktionen nach der Transplantation zu vermeiden. Nach dieser Behandlung verfügt
der Patient über keinerlei Abwehrkräfte mehr und kann ohne die Blutstammzellen des Spenders
nicht mehr überleben.
Konditionierung
Vorbereitung eines Patienten auf die Transplantation mit Chemotherapie
und/oder Bestrahlung. Dabei werden die kranken Zellen zerstört und gleichzeitig das Abwehrsystem
unterdrückt, um Abstoßungsreaktionen nach der Transplantation zu vermeiden.
Leukämie
ist eine Erkrankung des blutbildenden Systems. Leukämien zeichnen
sich durch stark vermehrte Bildung von weißen Blutkörperchen (Leukozyten) und vor allem ihrer
funktionsuntüchtigen Vorstufen aus. Die Leukämiezellen breiten sich im Knochenmark aus,
verdrängen dort die übliche Blutbildung und treten in der Regel auch stark vermehrt im
peripheren Blut auf. Vielfach ist bei diesen schwerwiegenden Erkrankungen eine Heilung nur durch die
Transplantation gesunder blutbildender Zellen möglich.
Leukozyten
Weiße Blutkörperchen, deren Hauptaufgabe die Abwehr von
Krankheitserregern ist. Unter dem Begriff Leukozyten werden verschiedene Blutkörperchen (Granulozyten,
Lymphozyten und Monozyten) zusammengefasst.
Lymphom
Sammelbegriff für Lymphknotenvergrößerungen und
Tumoren des Lymphgewebes. Zu unterscheiden sind gutartige Lymphome nach Infektionskrankheiten durch
Ausdruck einer Abwehrtätigkeit von bösartigen (malignen) Lymphomen.
Lymphozyten
Zu den weißen Blutkörperchen (Leukozyten) gehörende
Zellart, die für die Abwehrreaktionen des Körpers gegen Krankheitserreger zuständig ist.
Zu unterscheiden sind B-Lymphozyten und T-Lymphozyten.
Matchliste
Das ZKRD erstellt mit Hilfe seines Matching-Programms OptiMatch®
für jeden Patienten eine Matchliste. Auf dieser sind potentiell geeignete Spender aufgelistet.
Je wahrscheinlicher es ist, dass ein Spender passen könnte, desto weiter oben steht er auf
der Liste.
Matching
Abgleich der HLA-Gewebemerkmale des Patienten mit denen der Spender.
Monozyten
Gruppe von weißen Blutkörperchen, die Bakterien
bekämpfen können.
Myelom
Bösartige Knochenmarksgeschwulst
Myeloisch
Das Knochenmark betreffend
Nabelschnurblut
Nabelschnurblut ist kindliches Blut, das nach der Abnabelung
noch in der Nabelschnur und in der Plazenta vorhanden ist. Es ist reich an Stammzellen, die in
der Lage sind, das blutbildende System wiederherzustellen und kann somit auch für Transplantation
verwendet werden. Das Nabelschnurblut wird unter normalen Umständen zusammen mit der Plazenta
entsorgt. Es kann aber auch gespendet und in einer öffentlichen Nabelschnurblutbank eingelagert
werden. Damit steht es für alle schwerkranken Patienten weltweit zur Verfügung. Wenn
für das eigene Kind vorgesorgt werden soll, dann kann das Nabelschnurblut auch bei einer
kommerziellen Nabelschnurblutbank eingelagert werden.
Periphere Blutstammzellentnahme
Bei der peripheren Blutstammzellspende wird dem Spender für
fünf Tage ein Wachstumsfaktor verabreicht. Dieser bewirkt den Übergang von Blutstammzellen
ins Blut. Die Zellen werden dann dem Spender ähnlich wie bei einer Dialyse ambulant entnommen.
Peripheres Blut
Die Bezeichnung peripheres Blut umfasst in weiterem Sinne alle
Blutzellen, die nicht in den blutbildenden Organen (v.a. Knochenmark)
sind. Im engeren Sinne werden hiermit die Blutzellen in den Blutgefäßen bezeichnet.
Register
Beim nationalen Register in Deutschland (ZKRD) werden die Spenderdaten
anonymisiert gesammelt. Im Rahmen der Spendersuche werden sie dort mit denjenigen des betroffenen Patienten
verglichen und die potentiell geeigneten Spender an die Sucheinheit gemeldet. Aufgrund der Aufgabenstellung
wird zwischen Register und Spenderdatei unterschieden, auch wenn manche Spenderdateien das Wort
"Register" in ihrem offiziellen Namen führen.
Remission
Remission ist die vorübergehende Abnahme oder das vorübergehende
Verschwinden der Symptome der Krebserkrankung. Eine Heilung wird jedoch nicht erreicht. Es wird zwischen
partieller Remission = teilweisem Verschwinden oder Verkleinerung von Tumoren und kompletter Remission =
kein Tumor nachweisbar unterschieden.
Rückenmark
In der Wirbelsäule befindlicher Teil des zentralen Nervensystems,
der nie transplantiert wird. Das Rückenmark ist ein etwa fingerdicker Strang, der in der Wirbelsäule
liegt und wichtige motorische und sensible Nervenbahnen enthält.
Spenderdatei
Eine Spenderdatei ist eine Organisation, die freiwillige Spender wirbt,
registriert und typisiert. Sie übermittelt die Typisierungsergebnisse an das ZKRD und betreut auch den
Spender, wenn es zu einer Spende kommt.
Spenderwerbung
Spenderdateien machen Spenderwerbung, um neue Freiwillige als
Stammzellspender zu gewinnen. Interessierte können sich selbst aktiv an eine Spenderdatei wenden
oder sich aber bei einer Typisierungsaktion zu der über die Medien aufgerufen wird, registrieren
zu lassen. Viele Blutspendedienste bieten auch die Möglichkeit, sich bei einer Blutspende gleichzeitig
typisieren zu lassen.
Stammzellen
Hier: Blutbildende Stammzellen oder Blutstammzellen. Dies sind
undifferenzierte oder wenig differenzierte Zellen. Aus diesen Mutterzellen entwickeln sich die verschiedenen
Blutkörperchen. Normalerweise befinden sich diese Stammzellen im Knochenmark, insbesondere im Beckenkamm,
im Brustbein und im Oberschenkelknochen.
Suchanfrage
Bitte um eine erste Übersicht über möglicherweise passende
Spender im In- und Ausland. Eine Suchanfrage stellt meist eine Sucheinheit, die von den behandelnden
Ärzten mit der Einleitung der Spendersuche beauftragt wird.
Sucheinheit
Meist an einer Universität oder einem Institut für
Transfusionsmedizin angesiedelte organisatorische Einheit, die in Kontakt mit den behandelnden Ärzten,
einem HLA-Labor und dem ZKRD für die Spendersuche verantwortlich ist.
Thrombozyten
Blutplättchen sind kleinste Zellen, die im Falle einer Verletzung
für den Wundverschluss und damit die Blutstillung sorgen.
Transplantation
Transplantation bezeichnet die Verpflanzung von Zellen, Geweben,
ganzen Organen oder Gliedmaßen wie Fingern und Zehen von einem Spender auf einen Empfänger.
Im Bereich der Blutstammzelltransplantation wird dabei zwischen autologer und allogener Transplantation
unterschieden.
Transplantationszentrum
Das Transplantationszentrum ist für die Patientenbetreuung,
-behandlung und für die Durchführung der Transplantation zuständig.
Typisierung
Bestimmung von Merkmalen (z. B. HLA-Typisierung = Bestimmung der
HLA-Merkmale)
Wachstumsfaktor
Substanzen, die nach Verabreichung die Vermehrung bestimmter
Blutkörperchen im Körper steigern.
WMDA World Marrow Donor Association
Bei mehr als 40% aller nicht verwandten Transplantationen weltweit
kommen Spender und Empfänger aus verschiedenen Ländern – mit weiter steigender Tendenz.
Um diese internationalen Transplantationen zu erleichtern, wurde 1988 die WMDA ins Leben gerufen. Ihr
Ziel ist es, eine weltweite Harmonisierung von Standards auf hohem Niveau zu erreichen, damit der
aufwändige Prozess der Suche und Spende für Patienten effizient und für Spender sicher
abläuft. In den zahlreichen internationalen Arbeitsgruppen sind auch viele deutsche Vertreter
sowohl vom ZKRD, als auch von seinen nationalen Partnern aktiv.
(www.worldmarrow.org)
Zellseparator
Spezielles Gerät, welches das Blut mit Hilfe einer Zentrifuge
in seine verschiedenen Bestandteile (in rote oder weiße Blutkörperchen und Blutplättchen)
aufteilen kann. Damit können die Stammzellen aus dem zirkulierenden Blut getrennt werden, während
die anderen Blutbestandteile dem Spender wieder zurück übertragen werden.
Zentralregister
In vielen Ländern ist die Suche nach einem Blutstammzellspender
ähnlich wie in Deutschland organisiert. Mehrere Spenderdateien, die über das Land verteilt sind,
melden die für die Suche relevanten Daten ihrer Spender an ein Zentralregister. Aufgrund der
internationalen Vernetzung aller Zentralregister stehen diese Spender für alle Patienten weltweit
zur Verfügung. Das Zentralregister koordiniert und prüft dabei alle Abläufe die die
Spendersuche betreffen.
Zytapherese
Entfernung der Zellen aus dem Blut.
Zytostatika
Medikamente, die das Wachstum von Krebszellen hemmen, aber auch
normale Gewebe schädigen können.
