Grundlagen-HLA

Bei Blutstammzelltransplantationen wird ein möglichst hoher Grad an Übereinstimmung zwischen den Gewebemerkmalen von Patient und Spender angestrebt, da dadurch das Risiko einer Abstoßung des Transplantats minimiert werden kann. Bei diesen so genannten HLA-Merkmalen bzw. Humanen Leukozyten-Antigenen handelt es sich um Strukturen auf den Oberflächen der Körperzellen, anhand derer das Immunsystem zwischen eigenem und fremden Gewebe unterscheiden kann.

Die Kombinationsmöglichkeiten von Haplotypen:
Die Kombinationsmöglichkeiten von Haplotypen
Die Gene, d. h. die Baupläne der 5 wichtigsten HLA-Merkmale A, B, C, DRB1 und DQB1 befinden sich alle auf einem einzigen Chromosom und werden deshalb gemeinsam als so genannter Haplotyp vererbt. Da jeder Mensch sowohl vom Vater als auch der Mutter jeweils einen HLA-Haplotypen erbt, muss ein optimaler Spender bzgl. 2 x 5 = 10 HLA-Werten mit dem Patienten übereinstimmen. Da es von jedem dieser Merkmale aber sehr viele (zum Teil über 100) unterscheidbare Varianten (sog. Allele) gibt, ergeben sich daraus theoretisch Billionen von Kombinationsmöglichkeiten.

Daher ist die Wahrscheinlichkeit, dass zwei Menschen die völlig gleichen Gewebemerkmale haben, sehr gering und die Suche nach dem geeigneten nicht verwandten Spender auch so enorm aufwändig und kompliziert.

Medizinischer Hintergrund der Spenderauswahl


HLA-Klassen und Nomenklatur
Die HLA-Merkmale werden aufgrund ihrer unterschiedlichen biologischen Funktionen in zwei Klassen eingeteilt. HLA-A, -B und -C zählen zur Klasse I, während HLA-DRB1 und –DQB1 der Klasse II zugeordnet werden. Die Benennung der vielen HLA-Allele erfolgt (vereinfacht beschrieben) mittels einer aus 3 Teilen bestehenden Codierung. Der erste Teil bezeichnet den Genort, der zweite Teil die zweistellige Allelfamilie und der 3. Teil nummeriert fortlaufend die Varianten innerhalb der Allelfamilie. Beispielsweise bezeichnet der Code B*2711 die Variante 11 innerhalb der Allelfamilie 27 bzgl. des Genorts HLA-B.