Aufgaben und Schwerpunkte

Das internationale EMDIS-Netzwerk
EMDIS (European Marrow Donor Information System) ist internationales Gegenstück, technischer Vorläufer und funktioneller Rahmen für GerMIS. Die Entwicklung von EMDIS begann 1992 als Gemeinschaftsinitiative des ZKRD und der Register in Frankreich (France Greffe de Moelle) und Großbritannien (Anthony Nolan Trust). Zunächst wurde EMDIS für gut drei Jahre von der Europäischen Union im 3. Forschungsrahmenprogramm („Advanced Informatics in Medicine“) gefördert. Ehrgeiziges Projektziel war es, mit der damals noch sehr rudimentären Infrastruktur der Datennetzwerke ein virtuelles europäisches Spenderregister aufzubauen. Jedes Register sollte zunächst für seine Patienten internationale Spenderlisten genau so aktuell und einfach und beinahe so schnell erhalten können wie aus seiner lokalen Datenbank. Zudem sollten alle weiteren Prozesse der Anforderung von Leistungen und Übermittlung von Resultaten elektronisch zwischen den Rechnersystemen abgewickelt werden. Dieses Ziel hat EMDIS weitgehend erreicht, wenn auch die praktische Einführung einige Jahre länger dauerte als erwartet, vor allem weil die nationale Infrastruktur in den verschiedenen Ländern erst mit- und nachreifen musste.

EMDIS-Netzwerk verbindet international 20 Register
In Deutschland konnte EMDIS erst seine Stärken ausspielen, als GerMIS flächendeckend implementiert war. Seit Ende des letzten Jahrzehnts hat EMDIS seinen Siegeszug angetreten und auch vom Boom des Internets technologisch wie auch hinsichtlich der Kooperationsbereitschaft profitiert. EMDIS verbindet inzwischen 20 Register – nicht nur in Europa, sondern auch in Asien, Amerika und Australien. Damit sind rund 85% aller international verfügbaren Spender über EMDIS erreichbar, und für mehr als zwei Drittel aller Patienten, für die eine Blutstammzelltransplantation in Frage kommt, wird von Registern gesucht, die an EMDIS angeschlossen sind.

« zurück zur Übersicht