Ulm, 28. März 2022 – Deutschland zählt im zweiten Pandemiejahr über 7.000 Stammzellenentnahmen.

2021 wurden in Deutschland 7.019 Stammzellentnahmen durchgeführt – ein leichter Rückgang im Vergleich zum Vorjahr. Dies zeigt, dass auch in Pandemiezeiten durch die gute Zusammenarbeit aller Beteiligten die Verfügbarkeit potenzieller lebensrettender Blutstammzellen auf einem konstanten Niveau bleibt.

Für viele schwerkranke Menschen ist eine Stammzelltransplantation die einzige Chance auf Überleben. Dabei sind sie häufig auf die Stammzellspenden nicht-verwandter Freiwilliger angewiesen. Diesen werden hierfür Stammzellen aus dem Blut oder dem Knochenmark entnommen, die dann dem Patienten zugeführt werden. Mit 7.019 Entnahmen blieb die Zahl der Stammzellspenden in Deutschland im Jahr 2021 auf einem ähnlich hohen Niveau wie in den Jahren zuvor (s. Abb.).

Weniger Entnahmen für Patienten im Ausland

Ein in Deutschland registrierter potenzieller Spender kann nicht nur für nationale Patienten spenden, sondern auch für eine Stammzellspende für einen Patienten im Ausland angefragt werden. Während die Anzahl der Spenden für Patienten in Deutschland mit 2.022 konstant blieb, geht der leichte Rückgang der Gesamtanzahl aller deutschen Spenden hauptsächlich auf die gesunkenen Entnahmezahlen für Patienten aus dem Ausland zurück.

Im Jahr 2021 gingen 4.997 Entnahmen an Patienten im Ausland. 2020 waren es 5.123 Stammzellspenden. Hier spielten möglicherweise erschwerte Transportbedingungen durch die COVID-19-Pandemie eine Rolle.

Knochenmark- und periphere Blutstammzellspenden können Leben retten

Für die Transplantation bei einem schwerkranken Patienten kommt nicht jeder beliebige, registrierte Spender infrage. Entscheidend ist die Übereinstimmung der sogenannten HLA-Merkmale des Spenders mit denen des Empfängers. Für eine erfolgreiche Transplantation sollten im besten Fall zehn Merkmale übereinstimmen. Nach einem Aufklärungsgespräch und einer Voruntersuchung kann die Stammzellentnahme durchgeführt werden. Diese erfolgt inzwischen vorwiegend durch eine periphere Blutstammzellspende (PBSZ-Spende). Alternativ können Stammzellen auch durch eine Knochenmarkspende entnommen werden. Bei einer PBSZ-Spende, die ambulant über mehrere Stunden durchgeführt wird, erfolgt die Zellentnahme durch einen Zellseparator. Hierfür wird aus einer Armvene Blut entnommen und durch den Zellseparator geleitet. Dabei werden die lebensrettenden Stammzellen vom restlichen Blut getrennt, ähnlich wie bei einer Dialyse. Das Blut wird anschließend dem Spender über eine Vene des anderen Arms wieder zurückgegeben. 6.265 Spender konnten im vergangenen Jahr mit dieser Methode ihre Stammzellen spenden. 754 Stammzellspenden erfolgten durch eine klassische Knochenmarkspende. Hierbei wird unter Vollnarkose ca. ein Liter stammzellenreiches Knochenmark aus dem Beckenknochen entnommen.

Stammzellspende in Deutschland – eine effiziente und zentrale Koordination

In die komplexen Prozesse rund um die Stammzellspende sind verschiedene Institutionen und Organisationen involviert, darunter u. a. die Spenderdateien, Sucheinheiten sowie die Transplantationszentren. Die Koordination der beteiligten Partner und den Datenabgleich übernimmt in der Regel ein Stammzellspenderregister. Für Patienten in Deutschland ist dies gesetzlich geregelt. Laut Sozialgesetzbuch muss zur Koordinierung der Suche und Auswahl nicht-verwandter Stammzellspender eine zentrale Stelle benannt sein. Seit 1992 übernimmt diese Aufgabe das Zentrale Knochenmarkspender-Register (ZKRD). Zuletzt konnte im Januar mit insgesamt 9.690.750 in

Spenderdateien und Nabelschnurblutbanken registrierten Spendern und Nabelschnurblutpräparaten ein Meilenstein verkündet werden: Denn somit ist die Anzahl der für nationale Spenden zur Verfügung stehenden Registrierungen in Deutschland höher als die jedes anderen Landes weltweit. Für die weltweite Spendersuche kann das ZKRD auch die Datenbanken der anderen internationalen Register nach geeigneten Spendern durchsuchen. Auf diese Weise trägt es über die Grenzen hinaus zur Erfüllung seines Mottos bei: Schneller zum besten Spender weltweit.

Quellen: Zentrales Knochenmarkspender-Register Deutschland

Über das ZKRD

Seit seiner Gründung 1992 stellt das Zentrale Knochenmarkspender-Register Deutschland mit Sitz in Ulm den Knotenpunkt des gesamten Spendersuch-Prozesses dar. Über die Datenbank des ZKRD läuft der Abgleich der anonymisierten Profile aller in Deutschland typisierten Spender mit den Daten der Patienten, die eine Blutstammzelltransplantation benötigen. Mithilfe der hauseigenen Software OptiMatch bearbeiten die rund 60 Mitarbeiter des ZKRD Suchanfragen aus dem In-und Ausland, um sicherzustellen, dass für jeden Patienten der beste Spender schnellstmöglich identifiziert werden kann. Durch seine weltweite Vernetzung kann das ZKRD zusätzlich auf die Datenbanken internationaler Register zugreifen.

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